Einheimische Douglasie oder FSC-Hartholz aus den Tropen?
Immer wieder erreichen uns Fragen, welches Holz sich am besten für Stadtmobiliar eignet. Als einheimisches Holz setzen wir bei Grijsen auf Douglasie aus den Niederlanden, hier verbindet uns eine enge Partnerschaft mit der niederländischen Forstwirtschaft. Wir sind aber auch große Befürworter von Tropenhölzern, die FSC-zertifiziert sind und aus nachhaltigen Quellen stammen. Gerade in öffentlichen Ausschreibungen finden sich oft Vorgaben, die so nicht funktionieren – und am Ende kosten ungeeignete Holzarten die Kommune und damit den Steuerzahler viel Geld. Zeit also, ein paar Mythen zu klären und Entscheidungshilfen zu geben.
Datum
9. September 2025
Holz ist ein Naturprodukt. Es nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf und gibt sie bei Trockenheit wieder ab. Dieses „Atmen“ (hygroskopische Eigenschaft) führt dazu, dass Holz im Sommer reißt oder sich verzieht. Je nach Holzart und Dimension können diese Risse größer oder kleiner ausfallen. Wichtig ist: Das ist kein Fehler, sondern eine natürliche Eigenschaft von Massivholz.
Einheimische Nadelhölzer wie unsere Douglasie werden behandelt, um ihre Haltbarkeit zu verbessern. Dennoch gilt:
Harzaustritt und Rissbildung sind also kein Qualitätsmangel, sondern naturgegeben. Wer sich auf eine Bank aus Douglasie setzt, darf diese Spuren sehen – sie gehören zum Charakter des Holzes. Allerdings eignet sich das Material nicht für jeden Standort. In Innenstädten, wo Menschen mit empfindlicher Kleidung oder Haut direkt in Kontakt kommen, empfehlen wir Douglasie weniger. Entlang von Wanderwegen, in Parks oder naturnahen Plätzen ist es dagegen eine gute, regionale Lösung.
Im Vergleich dazu bieten FSC-zertifizierte Harthölzer wie Jatoba oder Cumaru klare Vorteile:
Die Harthölzer wachsen langsam, sind sehr dicht und enthalten ölhaltige Bestandteile, die sie von Natur aus vor Insekten und Pilzen schützen. Im Ergebnis braucht man über die Lebensdauer einer Bank 2–3 Mal weniger Holz, weniger Transport, weniger Montageaufwand.
Bei der Wahl des Holzes sollte immer die Umgebung mitbedacht werden:
Wir empfehlen: Lieber einmal richtig entscheiden, als mehrfach austauschen. Die Wahl der Holzart sollte nicht allein eine Kostenfrage sein, sondern sich an Haltbarkeit, Standort und Nutzung orientieren.